Lunatic Affliction - Im Bannkreis der Götter

8/10

Label: Kristallblut Records

VÖ: 01.09.2016

Laufzeit: 40 Minuten

Genre: Melodic Black Metal

 

 

Mit "Im Bannkreis der Götter" veröffentlichen die 4 Mannen aus Nürnberg jetzt ihren ersten Langspieler seit der Gründung.

 

Thematisch bewegen sie sich in einem meiner Meinung nach sehr interessanten Thema: der sumerischen Mythologie. Als erste bekannte Form von Sammlungen von Geschichten über überiridische Wesen, Dämonen und sonstigem Allerlei bietet dieses Gebiet auch genug Stoff für Songmaterial. Zum Glück, kann man sagen, ist es auch im "Mainstream" noch nicht ausgetreten und man kann sich ruhigen Gewissens daran bedienen. Dass es hier natürlich nicht um den himmlischen Part gehen wird, sollte fast schon klar sein.

 

Das Andere ist dann, die Mythologie in einem Soundgewand zum


Leben zu erwecken. Und was eignet sich besser dafür als der melodische Black Metal?

 

Schon zu Beginn bei Track Nummer eins "Die Höllenfahrt der Ischtar" wird einem klar gemacht, dass man nicht nur die Riffs um die Ohren gehauen bekommt, sondern dass auch mit atmösphärisch-wabernden Elementen und Melodien gearbeitet wird. Hier wird schon ein Pluspunkt gesammelt, die Band versetzt einen schon in Geschichten-Laune. Gegen Ende wird man dann darauf vorbereitet, was ab dem zweiten Lied Programm ist:

 

"Die 7 Pforten von Kurnugi" beginnt dynamisch mit schnellen Drums, die einem aber nicht um die Ohren fliegen, sondern sich gelungen in die melodische Gitarrenarbeit einfügen. Bitterkalte Vocals durchschneiden den Soundnebel und das Gesamtwerk erinnert einen an die frühen Melodic Black Tage altgedienter Veteranen.

 

Was allerdings auffällt, was erst für ein Verwirrung gesorgt hat, ist dass fast alle Songtitel in deutscher Sprache verfasst sind, gesungen wird aber Englisch. Das ist aber nicht weiter dramatisch, auf Deutsch klingen die Titel wohl auch lyrischer. Und die Musik im Insgesamten entschädigt diese Kleinigkeit auch mehr als ausreichend.

Melodic Black Metal, wie er sein soll!

 

Der Track "Excitare Namtaru" tut dem Album erfrischend gut, da es hier auch mal schneller und druckvoller zur Sache geht, "Eclipse" fügt sich wieder der Stimmung mit Regen, Trommeln, Wolfsgeheul und allem was dazu gehört. Gelungene Einleitung zum nächsten Titel:

 

Das albumtitelnde Lied macht direkt mit den rhythmischen Drums weiter, es folgen Riffs, die einen in Trance versetzen und eine keltisch anmutende Frauenstimme dominiert das Geschehen. Um genau zu sein ist das Lied überhaupt ungemein dazu geeignet, eine Meditation hinzulegen. Was auch keinesfalls negativ gemeint ist, ganz im Gegenteil. In der Regel suchen sich gerade Metal Bands das Lied als Albumtitel aus, das entweder am Meisten knüppelt oder am Ehesten im Ohr hängen bleibt.

Dass die Band sich ausgerechnet das harmonischste Lied aussucht, zeugt vom Willen, der Musik ein Eigenleben einzuhauchen. Noch dazu, dass der Song auch gut gelungen ist!

 

Anschließend macht das Album dort weiter, wo es vorher aufgehört hat und das Niveau bleibt dabei auch bestehen.

Im letzten Track "Phönixschwingen" werden die Black Metal und Atmosphären Elemente nochmal zusammengeschmissen, um einen würdevollen Abgang hinzulegen (also vom Album, nicht als Band! Wäre auch sehr schade).

 

Insgesamt ein durchwegs gelungenes und unterhaltsames Album, das auf einem recht hohen Melodic Black Metal Niveau spielt. Die Instrumente fügen sich einwandfrei zusammen und es würde mich freuen, noch mehr von ihnen zu hören!

 

P.S.: Schönen Gruß an den Artist vom Cover, es sieht sehr gelungen aus!

 

-Samuel-