Blut aus Nord/Ævangelist - Codex Obscura Nomina - Split

8/10

Label: Debemur Morti

VÖ: 17.06.2016

Laufzeit: 40 Minuten

Genre: Avantgarde Black Metal

 

 

Es gibt Alben auf diesem Planeten, die man nicht immer direkt versteht. Alben, die einem fremdartig und seltsam erscheinen. Und dieses gehört definitiv dazu. Die Black Metal Franzosen Blut aus Nord haben sich mit den verrückten Amerikanern von Ævangelist für eine Aufnahme zusammengetan, um eine Klangwelt jenseits von Gut und Böse zu erschaffen.

 

Zuerst muss man sagen, dass wenn man sich dieses Split Album anhören möchte, seinen Geist von jeglichen Erwartungshaltungen freimachen muss, um nur ansatzweise verstehen zu können, was hier geschaffen wurde.

 

 Ein Element zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte

 Spielzeit hindurch und das ist das Spiel mit dem Okkulten


und nicht-Greifbaren, das hier vermittelt werden soll. Man wird hier in eine Welt entführt, die beherrscht wird von Bösartigkeit, Grauen und Absurdem.

Was aber bringen beide Bands in dieses Werk? Ævangelist sind pures Chaos und Anarchie mit einem Hauch von Wahnsinn, Blut aus Nord haben Erfahrung mit Industrial Elementen in ihrer Musik, veröffentlichen aktuell aber reinrassige Black Metal Alben.

 

Diese zwei Elemente werden geschickt kombiniert, es hagelt Dark Ambient Klänge, Techno Beats, verstörende Gitarrenriffs und Doublebass Gewitter. Zu dem Ganzen erschallen Stimmen wie aus einer Unterwelt. Beschwörend werden Rituale gesprochen, es wird dämonisch gegrowlt, ketzerisch geschrien, kurz: die ganze Palette wird herausgeholt.

Das Gute an der Sache ist, es wird nicht allzu chaotisch, man braucht keine zehn Durchgänge um die Musik wenigstens im Ansatz genießen zu können. Aber mehr als einen Durchgang braucht es, um diesen Albtraum zu verstehen. Nach 5 Tracks ist der ganze Spuk dann vorbei und man fängt entweder an, darüber nachzudenken, was man gerade gehört hat oder man macht das Album direkt nochmal an.

 

Man kann ruhigen Gewissens sagen, dass es sich hier um ein hochwertiges musikalisches Machwerk handelt, das aber nicht für Casual-Hörer geeignet ist, aber trotzdem wert ist, mal angehört zu werden. Aber die Scheibe sollte möglichst nicht zum Einschlafen eingeschaltet werden, ich kann nicht dafür garantieren, dass man dann ruhig schläft. Das hier ist Avantgarde aus der Hölle Deluxe!

 

-Samuel-