Imperium Dekadenz - Dis Manibvs

9,5/10

Label: Season Of Mist

VÖ: bereits erschienen

Laufzeit: 63 Minuten

Genre: Atmospheric Black Metal

 

 

Seit dem Jahr 2004 erschaffen die beiden Masterminds hinter Imperium Dekadenz, Horaz und Vespasian, Werke, die zeitlos erscheinen. Falsch, sie erscheinen nicht zeitlos, sie sind es! Das Umfeld des Schwarzwalds färbt eindeutig auf die Stimmung in der Musik ab und nimmt einen mit auf eine Reise (auf einen Wortwitz zum Thema Schwarzmetall aus dem Schwarzwald verzichte ich an dieser Stelle einfach mal). Vor drei Jahren erschien das letzte Album „Meadows of Nostalgia“ und jetzt legen sie nach.

 

Mit dem neuen Werk „Dis Manibvs“ soll sich das Grundrezept nicht ändern.

Schwere und düstere Riffs, die direkt aus dem tiefsten Wald zu erschallen scheinen, mischen sich mit schwermütigem und sehnsuchtsvollen Kreischen und Gesang (stellenweise tatsächlich

 


so etwas wie Gesang). So wie man sie kennt und liebt.

Soll jetzt aber nicht heißen, dass hier konservierte Langeweile auf eine Scheibe gebrannt ist. Ganz im Gegenteil, diese Band scheint sich von Album zu Album auf einer epischen Reise zu befinden und sie wollen ganz klar, dass der Zuhörer mitkommt. Und das gelingt ihnen auch sehr gut, man wird förmlich mitgerissen und man schwelgt nur so dahin.

 

Die akustischen und symphonischen Zwischenparts tun ihr Übriges, um eine Atmosphäre zu erschaffen, die seinesgleichen sucht. Schnelle Parts fügen sich dabei perfekt ein und reißen einen nicht aus dem Tagtraum heraus, sondern lassen einen das Gesamtwerk nur umso mehr genießen und schätzen (was wäre Black Metal auch ohne schnelle Riffs und Geknüppel?). Interessant dabei ist, dass die Lieder auch in den schnellen Parts ihre Atmosphäre nicht einbüßen sondern sie nur noch intensivieren.

Die Lieder pendeln sich wieder bei einer Länge von 7 bis 8 Minuten ein und die Lieder brauchen diese Zeit auch definitiv um sich voll entfalten zu können. Es wäre meines Erachtens nach undenkbar, das ganze musikalische Schaffen auf 4 oder 5 Minuten je Lied zu komprimieren.

 

Abgeschlossen wird das Machwerk mit einem Lied, das auch gefühlsmäßig als Ende einer Etappe aufgefasst wird (was die Theorie der Reise noch bestärkt). Rhythmisches Schlagzeug trifft auf melödiöse Riffs und anfeuernde Vocals. Man muss es hören, um es zu verstehen, denke ich.

 

Aber nach diesem Abgang ist schon die Vorfreude auf ein nächstes Album da.

Weil man wissen möchte, wie die Reise weitergeht.

Zunächst aber sollte man sich auf die kommenden Live Konzerte freuen und sie dort erstmal genießen.

 

-Samuel-