Mare Cognitum / Aureole - Resonance: Crimson Void

7,5/10

Label: Fallen Empire

VÖ: 10.08.2016

Laufzeit: 40 Minuten

Genre: Atmospheric Black Metal

 

 

Es gibt für mich nicht viele amerikanische Black Metal Bands, die es wert sind, angehört zu werden. Dafür fehlt vielen dieser Musiker einfach der Sinn und das Gefühl für diese eigene Art von Musik.

Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Und das hier ist so eine Ausnahme. Mare Cognitum hat sich hier zusammen mit Aureole auf einer Platte verewigt und sie schaffen es, einen in den Bann zu ziehen.

 

Bei beiden Bands handelt es sich um Ein-Mann-Projekte, was ja nicht unüblich ist und den betroffenen Personen absoluten künstlerischen Freiraum gewähren lässt. Im Falle dieser beiden Herrschaften M.S. von Aureole und Jacob Buczarski von Mare


Cognitum ist es auch tatsächlich so, dass sie sich musikalisch komplett austoben und die Grenzen des musikalischen Universums ausloten.

Universum ist hier auch ein treffender Begriff, da sie (wie das Cover auch schon erahnen lässt) sich thematisch im Weltraum austoben und einen auf einen Trip in die Tiefen des Alls schicken wollen.

 

Den Anfang macht Mare Cognitum mit dem Track Crimson Abyss: NGC 2237, der 13 Minuten dauert. Insgesamt ist das Lied sehr düster und atmosphärisch und spielt sich viel im Midtempo Bereich ab. Geschickt eingebaute Blastbeatparts treiben das Lied zwischendurch und vor allem zum Ende hin nochmal richtig an. Es wird gekrächzt bis der Weltalldoktor kommt und eine hervorragende Stimmung erzeugt. Das zweite und kürzere Lied
Crimson Abyss: NGC 2238 fängt direkt dynamisch an und haut richtig durch. 80% Black Metal, 20% Ambient und am Ende ein richtig geiler Gitarrensolopart (kein Solo im klassischen Sinne, aber ein erfrischender und auflockernder Riff). Gerade wenn man zwischendrin mal das Gefühl hat, das Lied könnte jetzt mal was Neues bringen, kommt Abwechslung in die Sache.

 

Dann ist Aureole mit Void Obsidian: NGC 2244 an der Reihe. Das Lied fängt mit beschwörenden Riffs und Dark Ambient Klängen an und kommt nach wenigen Minuten richtig in Fahrt. Insgesamt hat man hier mehr das Gefühl von Ambient und Atmosphäre als beim vorigen Künstler. Ob man das jetzt gutheißt oder nicht, das ist Geschmackssache. Aber auch hier wird eine gute Arbeit in Sachen Instrumentalarbeit und Atmosphäre abgeliefert. Das Spaceshuttle schießt einen wieder hoch und zeigt einem die dunklen Seiten des Universums und ferner Planeten. Nach knapp 9 Minuten ist dieser Track zu Ende und hinterlässt bei einem das Gefühl, ein längeres Intro gehört zu haben.

Der nächste Titel Void Obsidian: NGC 2246 schießt wieder direkt los und lässt ein überrollendes Black Metal Werk über einen hinwegfegen. Die Vocals halten sich hier eher dezent im Hintergrund auf und vermitteln einem den Eindruck, hier würde eine fremde Spezies zu einem sprechen. Die Drums hauen komplett durch und es gibt einige interessante und hörenswerte Gitarrenparts. Mittendrin erschallt ein langsamer Part, der wie eine Zwischenphase klingt, während dem die Gitarren vor sich hinbrummen. Nach zwei Minuten schlägt das Lied wieder durch, die Ruhephase ist vorbei und es nähert sich dem Ende, das dann in Form eines Ambientabgangs erfolgt.

 

Fazit: Diese Split ist durchaus interessant anzuhören und die künstlerische Freiheit zweier Individuen ist hier definitiv zu spüren. Man muss ihnen auch zugute halten, dass sie nicht versuchen, eine Kopie von skandinavischen Vorbildern zu sein. Es gilt aber auch klar zu sagen: Mare Cognitum hat mit den letzten Werken in meinen Augen schon Besseres und Abwechlsungsreicheres abgeliefert, wohingegen es für Aureole ein klarer Sprung nach vorne war! Deshalb: 7/10 für Mare Cognitum und 8/10 für Aureole!

 

-Samuel-