Moonsorrow - Jumalten Aika

9/10

Label: Century Media

VÖ: 01.04.2016

Laufzeit: 67 Minuten

Genre: Folk Black Metal

 

 

Moonsorrow aus Finnland sind mittlerweile eine bekannte Größe im Metal. Und trotz der aktuell vielen Folk Einflüsse sind sie meines Erachtens nach auch immer noch im Black Metal einzuordnen.

 

Trotz der 5 Titel kommen wir auf insgesamt 67 Minuten Laufzeit, da die Titel sich bis auf eine Ausnahme bei 13 bis 16 Minuten einpendeln. Bei diesen Längen läuft manche Band Gefahr, dass Langeweile aufkommt.

Aber das passiert hier eindeutig nicht. So viel Abwechslung erlebt man selten im Folk Black Metal Bereich, der Unterhaltungsfaktor ist enorm hoch.


Aber das passiert hier eindeutig nicht. So viel Abwechslung erlebt man selten im Folk Black Metal Bereich, der Unterhaltungsfaktor ist enorm hoch.

Nach einem zweiminütigen Intro beim namensgebenden Lied Jumalten Aika geht es direkt los, die Gitarren aus dem hohen Norden erschallen, die klirrenden Vocals legen los und das Schlagzeug hämmert rhythmisch was das Zeug hält.

Über alledem schwebt eine stetige epische Keyboardwolke und dazu sei auch gesagt, dass es hier niemals ins Kitschige abzurutschen droht. Die Produktion der Lieder im Allgemeinen ist sehr gelungen. Die Keyboards dominieren das Geschehen nicht, sie ergänzen das Klangspektrum eher auf wunderbare Art und Weise. Was man nicht vor sich hat, ist ein Korpiklaani/Finntroll Abklatsch, das ist etwas ganz Eigenes.

Harte Riffs, Keyboards und akustische Gitarre geben sich hier ein Stelldichein und es wird auch das Gefühl von mystischem Epos erzeugt. Gelegentliche Männerchöre füllen die ein oder andere Stelle auf und auch hier wird kein Klischee-Matsch hervorgerufen. Das Lied hat es definitiv verdient, als Namensgeber für das Album herzuhalten.

 

Das nächste Lied Ruttolehto beginnt mit einem Männerchor und geht direkt in ein verdammt groovendes Riff über. Hervorzuheben sei hier der Mittelpart mit mittelalterlichem Flair und wieder einem Männerchor. Man fühlt sich direkt in der Zeit zurückversetzt und mittendrin statt nur dabei (um es mit dem Slogan eines bekannten Anbieters zu benennen). Das Ganze geht in einen epischen Part über und man kann die ganze Szenerie mit den altertümlichen Nordmännern vor sich sehen. Anschließend wird natürlich wieder mit viel Epos losgebolzt und die Härte dominiert wieder das Geschehen.

 

Beim nächsten Lied handelt es sich mit 7 Minuten um das kürzeste Lied des Albums. Da es sich hier auch um das bisher einzige Video-Release dieses Albums handelt, könnten böse Zungen behaupten, man habe es der Kommerzialität wegen so kurz gehalten. Liegt auch eindeutig im Bereich des Möglichen, bei Suden Tunti handelt es sich aber auch um das schwächste Lied des Albums. Was aber nicht mit "schlechtestes Lied" gleichzusetzen ist, denn schlecht ist es nicht. Aber es sticht aus dem Rest der Platte hervor. Hier wird hauptsächlich mit rhythmischen Riffs und Schlagzeug gearbeitet und der Epos leidet unter der ganzen Geschichte. Das stärkste Lied ist es nicht.

 

Man wird aber direkt wieder mit dem 16 Minuten Track Mimisbrunnr entschädigt, das mit einer ruhigen Akustikgitarre beginnt und sich in einen sehnsuchtsvollen Soundtrack wandelt. Jetzt geht es eindeutig wehmütiger zu und es tut dem Album richtig gut, da mehr Abwechslung geschaffen wird. Und das auch richtig gut! Später im Lied gibt es wieder schnelle Parts, die Atmosphäre bleibt aber glücklicherweise trotzdem erhalten.

Beim abschließenden Track wird alles miteinander verbunden und es kommt nochmal ein nordischer Mythos zum Vorschein.

 

Alles in allem ist es ein sehr starkes Album, mit der richtigen Dosis Epos, der aber durch die sehr gelungene Produktion niemals überhand nimmt und zum Klischee verkommt.

 

-Samuel-