Crusado Orchestra - Sjunde

6/10

Label: none

VÖ: 27.09.2016

Laufzeit: 48 Minuten

Genre: Symphonic Black Metal

 

 

Vorurteile sind so eine Sache, vor allem im musikalischen Sinn. Fallen die Wörter Asien und Musik in einem Atemzug, kommen die merkwürdigsten und verrücktesten Gedanken hoch. Entweder wird es herrlich genial oder absolut bekloppt und für Europäer nicht zumutbar. Crusado Orchestra versuchen sich mit ihrem ersten Langspieler darin, den schmalen Grat zu beschreiten.

 

Die Musik und die Produktion sind vor allem eins: fett und opulent. Was nicht nur positiv gemeint ist, ein paar Dinge im Haus liegen im Argen.

Der Einsatz von orchestralen Mitteln wird ausgereizt und gefühlt kein Instrument eines 100-Mann Orchesters fehlt. Anfangs fühlt sich das auch alles noch richtig und interessant an.


Trompete, Violine und Sprechgesang leiten das Werk ein, kurz danach gefolgt von metal-typischen Instrumenten und Geschrei. Dann wird wieder langsam gespielt und gesprochen, ein längeres Intro also.

Im zweiten Track fängt das eigentliche Album an, es wird schneller gespielt und geschrien, im Vordergrund aber immer die orchestrale Begleitung. Diese schnellen Stellen klingen sogar richtig gut, auch wenn man das Orchester mit ein wenig mehr Bedacht einsetzen könnte, stattdessen kann man es als zusätzliches Instrument ansehen. Wie das eben gerne mal beim Symphonic Black Metal passiert, muss man aber halt können.

Auch eine Operette bekommt ihren Einsatz, deren Gesang man mögen oder hassen kann. Das Ende ist dann wieder Sprechzeit. Auch dieses Stilmittel wird inflationär oft eingesetzt und auch hier gilt: mögen oder hassen.

 

So oder so ähnlich lässt sich eigentlich das gesamte Album zusammenfassen. Fette Riffs und Melodien, viel Orchester, viel Sprechgesang, zugegeben gute Schrei-Passagen aber insgesamt doch zu viele Abnerv-Momente.

Allerdings gibt es ein Merkmal, das das Album vor dem Komplettabsturz rettet und das ist der asientypische Hauch von Wahnsinn. Diesen haben die Mannen und Frauen von Crusado Orchestra als würzige Prise auf die Lieder drauf gerieselt. Zuweilen klingt es recht chaotisch und wahnsinnig, aber immer in strukturierten Bahnen, das macht doch noch ein paar Punkte wieder gut. Das und die Tatsache, dass die schnellen Parts, in denen vorzüglich geschrien, doch recht gelungen sind.

 

Leider aber setzen sich vor allem auf Grund der oben genannten Negativpunkte Überdrüssigkeit und Genervtheit ein und ein zweiter Hördurchgang rückt in weite Ferne. Wohlwollende 6 von 10 Punkten sind daher meines Erachtens nach gerechtfertigt.

 

 

 

-Samuel-