Ashes of Nowhere - Emptiness

9/10

Label: none

VÖ: 17.08.2015

Laufzeit: 53 Minuten

Genre: Black Metal

 

 

Lange musste ich überlegen, welchen Black Metal Stempel ich der Band aus Italien aufdrücke, habe es dann aber doch beim Standard belassen. Das Wort Standard sollte man aber nicht auf die Musik übertragen, die ist mehr als das. Eins vorneweg, wer Bands wie Dark Funeral nicht mag, braucht nicht weiterlesen. Wer diese aber mag, wird sich auch sehr gut mit Ashes of Nowhere anfreunden können.

 

Der Release des Debüt Albums liegt jetzt schon über ein Jahr zurück, allerdings bekommt die Band nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Viel ist über die Mitglieder nicht bekannt, um genau zu sein eigentlich gar nichts. Auch auf Nachfragen wird der Wissensdurst nicht gestillt. Macht aber nichts, die Musik spricht für sich selbst.

 


"Emptiness" ist ein drückendes und energiegeladenes Werk, das schon im ersten Durchlauf gut läuft.

Das Grundprinzip ist schnell erklärt, schnelle Gitarren und Schlagzeug und ein schreiender Sänger, der von seinem Hass auf die Menschheit ein paar Klagelieder zu singen weiß. An manchen Stellen könnte man die Bassgitarre ein wenig herunterschrauben, aber als Bassfetischisten stört mich das persönlich jetzt wenig.

 

Der Opener "Empty World" beginnt mit sanfter Gitarre und Klängen aus dem Synthesizer (der glücklicherweise nur selten verwendet wird) und geht schlagartig in einen schnellen melodischen Part über. Anfangs hatte ich noch Probleme mit dem Schlagzeug, da es gefühlt nicht immer tight im Takt zu sein scheint. War wohl aber nur Einbildung, nach kurzer Hörzeit fließt dann alles ordentlich. Trotz der melodischen Last der Lieder verweichen diese nicht, die Härte wird einem noch spürbar ins Gesicht geklatscht.

Unterbrochen wird die Aggressionstherapie von gelegentlichen Low Tempo Parts und der Synthesizer kommt auch nochmal zum Einsatz. Zu diesem sei auch gesagt, dass er nicht deplatziert wirkt, sondern nur als Effektverstärker verwendet wird, was auch gut gelingt. Eingesetzt wird er auch recht selten, was der Hörbarkeit nur gut tut.

Zwischendrin dann noch einmal ein klagender Clean Gesang und zum Abschluss des Anfangs wird man dann noch vom Sänger zur Show begrüßt.

 

Es geht martialisch weiter und die Melodie und Härte haben ihre Symbiose mit den darauffolgenden Tracks perfektioniert. Der schwere Brocken Melancholie wird, wie im ersten Titel schon, immer wieder mit ruhigen und äußerst beklemmenden Zwischenparts regelrecht gefeiert und das zu Recht. Als großes Highlight ist hier "Blind" zu nennen, das diese Zelebration sehr gut umsetzt.

 

Manche Parts scheinen sich gelegentlich zu wiederholen. Die größte Gefahr laufen sie bei den ruhigen Stellen und den Tapping Parts. Allerdings schafft die Band es, genug Variation in das Geschehen zu bringen, so dass einem das nicht so sehr auffällt.

Weiteres Highlight des Album ist auch "Lullaby for the Dead", das mit einer ungeheuren Energie und Sehnsucht in der Musik und einem fast schon old-school Solo zu überzeugen weiß.

Mit "Buried" gelingt dann der vor Schmerz triefende Abschluss, zur Feier dazu wird dann auch mal das Keyboard ausgepackt. Sehr gelungen das Ganze!

 

Ashes of Nowhere überzeugen mit drückender Atmosphäre und einem Sinn für den Schmerz und den Hass in der Welt, den sie für die Nachwelt auf Scheibe gebrannt haben. Suizidgefährdete sollten vielleicht nicht zu tief eintauchen, aber insgesamt schaffen sie es, ein Album zu erschaffen, in das man sich verlieren kann.

 

 

 

-Samuel-