Netherbird - The Grander Voyage

9/10

Label: Scarecrow Recordings

VÖ: 28.10.2016

Laufzeit: 41 Minuten

Genre: Melodic Black Metal

 

 

Hier kommt mächtig Stimmung auf! Nach 2 Singleauskopplungen haben die schwedischen Netherbird jetzt auch den dazugehörigen Langspieler "The Grander Voyage" auf die Massen losgelassen. Und das hat es in sich, diese Reise sollte sich jeder Fan des melodischen Schwarzmetalls nicht entgehen lassen.


Ausgewachsenes Riffing steht genauso an der Tagesordnung wie auch harmonische Parts, die die Finsternis noch ein wenig düsterer machen. Die Produktion ist sehr gelungen, verweichlichte Instrumente sucht man vergebens. Trotz der Klarheit der Aufnahme wurde der rohe Aspekt nicht außer Acht gelassen und alles klingt sehr stimmig.


Nach dem obligatorischen Intro geht es mit "Hinterlands" direkt ans Eingemachte. Doublebass, schnelle und harmonische Riffs und dazu eine Stimme, die sich nicht nur auf die Höhen fokussiert, sondern auch mal gekonnt ein brodelndes Klangfeld erschließt. Der melodische Part des Black Metal wird mit kurzen Akustikpassagen unterstrichen, die die Atmosphäre verdichten. Besonders einprägsam sind aber die schnellen Parts, der Kopfnickfaktor ist hoch!


Bei den Schweden kann man mehrere Einflüsse heraushören, besonders viel aber aus dem melodischen Black Metal der 90er Jahre. Hier heißt es nicht "schneller, härter, böse", sondern hier hat man sich auf ein Gleichgewicht geeinigt, das der Band gut zu Gesicht steht. Dissection und Emperor werden schließlich auch als Einflüsse benannt und das hört man auf jeden Fall raus!
Auch obligatorisch: Der anschließende Akustiktrack "Dance of the Eternals" der sich mit einem düsteren Songwriting ins Gehör brennt.


Beim anschließenden "Windwards" geht es wieder direkt in die Vollen, ein schöner Kontrast. Auch hier ist das Songwriting sehr ausgefeilt und durchdacht. Der Chorus ist auch definitiv ein guter Anwärter für einen Livehit. Insgesamt klingt auch alles sehr episch und der Album Titel ist auch verdient.
"Pillars of the Sky" ist anfangs ein gutes Lied, um seinen Kopf auch darauf abzulegen. Die Akustikgitarre untermalt den röchelnd heiseren Flüstergesang, durchschnitten wird das von einem Ansatz von E-Gitarre. Der Übergang nach 2 1/2 Minuten  in den harten Teil des Liedes ist sehr schön gemacht. Auch sehr schön ist der Balanceakt zwischen brutal und harmonisch.


Halb wartet man schon darauf, dass noch etwas Anderes passiert und wird dann schon mittem im nächsten Lied "The Silvan Shrine" mit einem Klaviereinsatz überrascht. Kitsch wird aber gemieden, das Instrument fügt sich artig in das Lied ein. Ansonsten wird auch hier auf die bewährte Rezeptur gesetzt.
"Emerald Crossroads" beginnt als Ende dieses Kapitels eher brav, bis der Schluss dann nach drei Minuten fulminant eingeläutet wird.


The Grander Voyage bedient das Bedürfnis nach schnellem und zugleich melodischem Black Metal auf einem sehr hohen Niveau!

 

 

-Samuel-