Ruins - Undercurrent

8,5/10

Label: none

VÖ: 28.10.2016

Laufzeit: 43 Minuten

Genre: Black Metal

 

 

 

Dieses Mal haben wir wieder eine etwas exotischere Band am Start, Ruins aus Tasmanien. Mir persönlich sind solche Bands fast schon am Liebsten, weil man nie sicher sein kann, was einen erwartet. In diesem Fall ist es ein höllischer Mix aus fettem Groove, eiskaltem Black Metal Vibe und messerscharfe Riffs.

Neun Tracks stark wird das Album eröffnet von "Shadow of a Former Self", das gleich zeigt, wo es lang geht. Skandinavischer Einschnitt, gepaart mit groovendem Schlagzeug und Bass, eine Mixtur, die direkt zündet.

Der Sänger Alex Pope überzeugt direkt mit einem Gesang, der nicht nur Die-Hard-BM Fans anspricht, ein angenehmer Hauch


von Death Metal schwingt nämlich in seiner Stimme mit. Auf ein vorgelegtes Tempo möchte man sich nicht festlegen, sondern es wird eine schöne Abwechslung serviert. Zuweilen fühlt man sich in die skandinavische Eiswelt versetzt, nur um dann wieder von Doublebass und dröhnenden Gitarren geweckt zu werden (keine Sorge, Einschlafgefahr besteht nicht!).

 

"Rites of Spring" verursacht nicht, wie der Titel es vermuten lässt, angenehme Frühlingsgefühle, sondern eher das Gefühl, man würde auf Eis beißen. Das Lied ist ein eiskalter Brocken, der einen wie eine Lawine überrollt, aus der man sich wieder herausgraben muss. Die Mid-Tempo Passagen verhärten diesen Eindruck nur umso mehr.

 

Mit "Faust" wird düsterer und von okkulter Atmosphäre inspirierter Black Metal zelebriert, "The Fires of the Battlefields to survive" legt ähnlich stark nach. Lediglich das zweiminütige Ambient Outro hinterlässt ein paar Fragezeichen bei mir.

Egal, es geht weiter, mit "Certainty the Adversary" haben die Musiker ein Groovemonster aufs Parkett gelegt, das die Nackenmuskeln nicht zur Ruhe kommen lässt. "Undercurrent" versprüht eine Verzweiflung, bei der man mitfiebert und "Filled With Contempt" knüpft dort an.

Der letzte Track "Symbols from Intent" schießt nochmal aus vollen Rohren, Mid-Tempo gibt sich mit Schnellfeuer die Hand und abgeschlossen wird mit den letzten Glockenschlägen dieses infernalen Machwerks.

 

Am Ende bleibt das Gefühl, dass man sich gerade ein richtig gutes Stück Musik angehört hat. Die Produktion ist fett, die Instrumente und das Spiel auf den Punkt gelandet und abwechslungsreiches Songwriting unterhält hervorragend. Mit den ganz Großen können sie noch nicht mithalten, müssen sie aber auch nicht. Dafür liefern sie schon richtig fett ab (entschuldigt bitte den inflationären Gebrauch des Wortes ;) ) und lassen auch keine Fragen offen.

 

 

 

-Samuel-