Boatman's Toll - The Fat is in the Fire

8,5/10


Label: None

VÖ: 05.04.2016

Laufzeit: 45 Minuten

Genre: Sludge/Death Metal

 

 

Seit 2012 gibt es den Vierer von Boatman's Toll aus Chicago bereits und jetzt, fünf Jahre danach, erscheint ihr Debüt Album. Warum es so lange gedauert hat, weiß wohl nur die Band. Aber das Warten hat sich gelohnt. Es scheint, als ob sich Sludge/Death wirklich mal weiter entwickelt. Lange Zeit hat die Szene gefühlt stagniert (korrigiert mich, wenn ich falsch liege), Umso tragischer, wenn ein gutes Release im Sumpf der Neuveröffentlichungen untergeht. Dieses Schiff allerdings geht nicht unter, dafür sorgen die wirklich unterhaltsamen Lieder dieses Albums.

 

Trotz der Genre Bezeichnung Sludge legen Boatman's Toll Wert auf hohe Geschwindigkeiten, daher wohl das Beiwort "Death". Die besten Elemente beider Spielarten werden hier vereint:


Die Groovewalze von Sludge und die Brutalität und Geschwindigkeit von Death Metal. Der Gesang bleibt weitestgehend auf einem (frühen) Mastodon Niveau, schwenkt in den brutaleren Passagen aber auch mal gerne hin zum wütenden Brüllen.

Gemeinsam schaffen sie es, ein Groovemonster, das in seinen wütenden Phasen mit Peitsche in der Hand gen Schlachtfeld reitet, unter ihre Kontrolle zu bringen und die Brachialität dieser Szene auf Scheibe zu bannen.

 

Der Opener "Slumber No More" beweist mit den groovig catchigen Passagen direkt schon das Potential, das in ihnen steckt.

Ein wenig Verspieltheit muss auch ausgelebt werden ("In the Falling Away", "Torn"), was bei Wutausbrüchen à la "Corporate Indentured Servitude" fast schon klar ist.

"Becoming the Flood" ist dann die ausgelebte Fusion der beiden Genres, dem stehen "Nothing Means Nothing" und "Recycle the Flesh" auch in Nichts nach.

Ob sich der titelgebende Track "The Fat is in the Fire" seinen Rang verdient hat? Ja, hat er und es war auch eine gute Wahl, ihn als letzte Bastion aufzustellen. Hier werden noch einmal alle Groove - Geschütze aufgefahren, die das Lied neben "Slumber No More" zu meinem Favoriten machen.

 

Boatman's Toll haben in Eigenregie ein wirklich bemerkenswertes Album veröffentlicht, das mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Mit Herzblut und Passion haben sie eine hervorragende musikalische Basis geschaffen, um dem Sludge weiteren Antrieb zu geben, sich aus dem Morast zu heben und Mastodon als Vorherrscher beizuwohnen.

 

 

 

-Samuel-