Absolute - Nowhere

7/10


Label: none

VÖ: 21.09.2016

Laufzeit: 39 Minuten

Genre: Avantgarde Metal

 

 

 

Wenn jemand alleine ein komplettes Album einspielt, gibt es dabei zwei Möglichkeiten: Entweder die Musik wird der Musik wegen aufgenommen oder der Künstler steckt sein Herzblut in die Sache.

Im Falle des Italieners Diego trifft das Letztere zu. Vor ein paar Jahren als Soloprojekt ins Leben gerufen, hat er nun auf Bandcamp sein Debüt veröffentlicht, das auch komplett in einem professionellen Tonstudio aufgenommen wurde.

 

Im Gegensatz zu so manchen do-it-at-home Solokünstlern wurde hier auch eine klare Abmischung der Instrumente geschafft, die sich nicht vor den Aufnahmen von bekannteren Künstlern verstecken muss.


Kraftvoll, drückend und eingängig gehen die Gitarren ins Ohr, der Bass ist (zu meiner Freude) immer präsent und die gut einprogrammierten Drums sind durchdacht und man muss zweimal überlegen, ob es jetzt ein echtes Schlagzeug ist oder nicht. Wobei es der Sache sicherlich gut tun würde, sich einen Schlagzeuger aus Fleisch und Blut dazuzuholen. Vor allem der Bass Drum fehlt der letzte Kick. Trotzdem ist es hoch anzurechnen, dass so viel Wert auf die Details im Schlagzeugspiel gelegt wurde!

 

Aus dem Off erschallt die distortion-verzerrte Stimme vom Künstler, die das Ganze in ein düsteres und science-fictioneske Gewand hüllen. Das hat viel von Vertretern von Avantgarde Black Metal, der Einfluss ist eindeutig zu hören.

Was die Aufnahme von eben jenen wieder distanziert ist das Soundvolumen und die Stilistik des Gitarrenspiels. Durchgehend wird recht eingängig (aber nicht langweilig!) gespielt, vertrackte Parts sucht man vergeblich aber melodische, rasante und groovige Parts lockern die Songstrukturen auf und erschaffen ein kurzweiliges Hörerlebnis.

 

Mit "Nowhere" erschaffte der Italiener ein Werk, in dem er sich künstlerisch und mit seinen Vorstellungen austoben konnte und dem Hörer somit ein kurzweiliges Ergebnis präsentieren kann. Alles in allem hat er für einen einzelnen Artist ein gutes Album eingespielt, dem man anhört, dass er sich um die Details viele Gedanken gemacht hat. Es lohnt sich durchaus, in die Geschichte mal reinzuhören.

 

 

-Samuel-