Faces of the Bog - Ego Death

9/10


Label: None

VÖ: 04.10.2016

Laufzeit: 50 Minuten

Genre: Doom/Sludge Metal

 

 

Mit "Ego Death" veröffentlichen die vier Amerikaner ihren ersten Langspieler und erheben sich im Untergrund, um zu zeigen, dass sie da sind.

Als Erstes fällt einem das wirklich gelungene Cover Artwork auf, Respekt schonmal dafür! Natürlich soll es aber um die Musik gehen und hier wird man auch sehr gut bedient.

 

Beim Wort Sludge fällt einem erstmal Einheitsmatsch ein, den viele Bands schon tausendmal rezitiert haben und man denkt, man weiß, was kommt. Genauso ging es mir anfangs auch, bis ich mir die 7 Tracks genauer angehört habe.

Es fiel mir tatsächlich schwer, nicht überrascht zu sein, was diese Jungs auf die Beine gestellt haben.


Mit "Precipice" wird das Album eingeläutet, langsam und ruhig fängt es an. Eine ruhige und zugleich treibende Bass Line wird begleitet von atmosphärischer Gitarre und zurückhaltendem Schlagzeug. Gegen Ende hin wird das Lied stärker und baut sich nach und nach auf, um in das Darauffolgende "Drifter in the Abyss" überzugehen.

Hier wird es eindeutig sludgiger, die Gitarren sind dreckig und tief, der Gesang krächzend schreiend. Dass es aber nicht sludge typisch zugeht, zeigt dann aber direkt das Mini-Gitarrensolo, das sich gut an das Soundgewand anschmiegt.

Mit fetten Riffs geht es weiter seinen Gang, genauso beim nächsten Lied "Slow Burn". Aber auch hier fallen wieder die progressiven Riffs und Gitarrenharmonien auf, die dem "Matsch" ihre Würze verleihen.

 

Bei "The Serpent & The Dagger" dann die große Überraschung. Hier wird gekonnt Sludge, Doom und ganz viel Progressive extrem gelungen zusammengewürfelt und bei immerhin 9 Minuten ein kurzweiliges Hörvergnügen geschaffen. Das hier ist ganz großes Songwriting! Sehr erfrischend auch, dass es Passagen mit cleanen Vocals gibt. Was oftmals sonst als Schimpfwort durchgeht, ist in diesem Fall sehr passend und sorgt für Abwechslung.

Zumal der Sänger auch eine zur Musik passenden Performance abliefert, die nicht zu glatt klingt, sondern noch ihre angenehmen Ecken und Kanten hat.

 

Genauso großartig ist auch "Ego Death", das da anknüpft, wo man vorher aufgehört hat. Nur, dass es noch ein Stück dynamischer und kraftvoller ist. Definitiv die beiden Top-Titel des Albums!

 

Bei "The Weaver" geht es wieder sludge-lastiger weiter, gespickt mit cleanem Gesang.

Mit dem finalen "Blue Lotus" wird noch ein letztes Mal ausgepackt, was man so im Repertoire hat und sorgt für ein schönes Ende eines fantastischen Albums.

 

Faces of the Bog zeigen mit ihrem Erstling, was man aus Sludge und Doom herausholen kann und versetzen den Hörer in eine audiophile Ekstase.

 

 

-Samuel-